Der Schamane ist mit der Macht des eisigen Nordens verwebt und von reinster elementarer Kraft durchwirkt. Diese Macht verstärkt seine Angriffe und macht ihn nicht nur zu einem gefährlichen Nahkämpfer, sondern gibt ihm auch schützende und heilende Wirkung.
Der Schlag des Schamanen ist ebenso hart und unvermittelt wie der Einbruch eines Wintersturms. Er kann blitzschnell zum Nahkampf übergehen und teilt dank seiner Muskelkraft und Magie gewaltige Hiebe aus.
Im Gegensatz zu anderen Klerikern können Schamanen weder die Verteidigung verstärken noch schwere Wunden heilen. Daher haben sie einen schweren Stand bei Gegnern, die selbst eine starke Verteidigung aufweisen oder Schamanen auf Abstand halten können.
Ekkehard war ein Bär von einem Mann, selbst noch im Alter, als sein Bart schon schlohweiß und dünn wie Schneewehen geworden war. Als die Sturmlegion über den Eisenkieferngipfel fegte, war er der letzte Kämpfer des Valnir-Klans, der noch Widerstand leistete. Mit seinem Streitkolben streckte er zwar viele von Crucias besten Kriegern nieder, aber schließlich gelang es ihnen doch, den gewaltigen Mann gefangen zu nehmen. Die übrigen gefangenen Nordmänner mussten untätig zusehen, wie der Kommandant der Sturmlegion Ekkehard mit einem heißen Schüreisen seines Augenlichtes beraubte. Aneinandergekettet mussten er und die restlichen Häftlinge sich dann auf den Weg zu Crucias Kammer machen, um dort von ihr assimiliert zu werden.
Trotz seiner Erblindung predigte Ekkehard auf dem langen Todesmarsch weiterhin den Glauben an Thedeor, Gott der Stürme und der Gerechtigkeit. Eines Nachts dann zerrte der Kommandant Ekkehard aus den Reihen der Gefangenen, da er bei seinen Stammesbrüdern eine derartige Inbrunst geweckt hatte. Der einstmals unbezwingbare Nordmann wurde brutal zusammengeschlagen und nur mit einigen losen Fellen bekleidet zum Sterben im Schnee zurückgelassen.
Auf unerklärliche Weise fand Ekkehard die Kraft, aufzustehen und sich die Straße entlang zu schleppen. Er folgte den Spuren der Legionswagen. Doch als seine Kräfte schließlich versagten und er spürte, wie sein Körper vor Kälte steif wurde, rief er aus: "Thedeor! Rächt mein Volk! Gewährt mir Eure Stärke und ich verspreche Euch, Crucias Barbarenhorden zu zermalmen!"
Die Kälte in seinen Gliedern wurde stärker, als ob Eiswasser durch seine Adern flösse, doch Ekkehard verspürte kein Leid. Seine Schmerzen verflogen und er fühlte, wie der Wind ihn umspielte und ihm den Weg durch die Dunkelheit an den Ort wies, an dem die Sklavenkarawane rastete.
Leise wie ein pirschender Löwe tastete sich Ekkehard zum Wagen mit den beschlagnahmten Waffen der Valnir vor. Als er seinen getreuen Streitkolben in der Hand hielt, schoss ein sengender Blitz aus seinen Fingerspitzen und lud die Waffe mit Thedeors Zorn auf.
Noch immer blind, jedoch nicht mehr hilflos, verließ sich Ekkehard von nun an auf sein Gehör. Er kroch in Richtung seiner gefangenen Kameraden und hörte, wie sich die Wachen über die schmutzigen Nordmänner lustig machten. Er richtete seinen Zorn auf ihr spöttisches Gelächter und griff an: Wild brüllend stürmte er auf die erste Wache los und zerschmetterte ihr den Schädel, wobei sich ein Lichtbogen löste, der die zweite Wache zu Asche verbrannte.
Ekkehard war auf den Angriff der dritten Wache vorbereitet und beschwor ein Eis- und Schneegestöber herauf, das seinen Gegner blendete. Sein anschließender Schlag war so mächtig, dass die Wache hoch durch die Luft flog und mit einem widerlichen Knirschen gegen eine Bergwand prallte. Das Schneetreiben legte sich, und Ekkehard stand vor den erstaunten Gefangenen. Er reckte seinen Streitkolben empor und rief: "Gepriesen sei Thedeor!"
Die Sturmlegion hatte den befreiten Valnir anschließend kaum etwas entgegenzusetzen. Ihr Kommandant bettelte um Gnade, und so blendete Ekkehard ihn mit einem Blitzschlag seines Streitkolbens und schickte ihn in die Eiswüste. "Wir werden ja sehen, ob dir Crucia ebenso beisteht wie Thedeor mir!", verkündete Ekkehard. Seitdem ist es den Schamanen der Nordstämme gelungen, den Blutsturm mit bitterer Kälte und dem Zorn des Himmels zurückzudrängen.