Chloromanten sind Heilungsexperten, die die Lebensenergie von Pflanzen und aus der Natur nutzen, um ein Gleichgewicht zwischen Leben und Tod herzustellen. Sie können diese Energien als zerstörerische Kräfte nutzen oder oder destruktive Magie umkehren und zur Heilung von Verbündeten einsetzen.
An einem Chloromanten angerichteter Schaden kann in Heilungsenergie für die Verbündeten umgewandelt werden. Chloromanten können darüber hinaus schädliche Auswirkungen bereinigen und Verbündete sowohl während als auch außerhalb eines Kampfes wiedererwecken.
Arkane Magie eignet sich nicht zur Heilung, Chloromanten opfern daher Schadensabwehr und Nutzen, um den Fluss der Lebensenergie steuern zu können. Da sie weder schwere Hiebe austeilen noch Mengenkontrolle ausüben können, sind sie leichte Beute für entschlossen attackierende Feinde.
Kamuzu Sagta verließ zusammen mit den übrigen Flüchtlingen die verzauberte Stadt Eboni, in der der große goldene Drache Laethys mit seinen Oger-Schergen die Bevölkerung versklavt hatte. Kamuzu war ein Magier mit beträchtlicher Macht und hohem Ansehen. Die Goldenschlund hatten ihm gesagt, dass Sterblichen, die sich unterordneten, erlaubt würde, ihre Machtpositionen zu behalten ... unter der Bedingung, dass sie den Drachen anbeteten.
Sich unterordnen! Kamuzu hatte bereits als Kind Ebenenkonvergenz-Gleichungen berechnet. Er würde sich niemandem beugen, keinem Sterblichen, keinem Drachen und keinem Gott. Von seinen Landsleuten konnte man das jedoch nicht unbedingt behaupten. Kamuzu warf dem neben ihm reitenden Schamanen einen angewiderten Blick zu. Der Mann war in stinkende Pelze gehüllt, seinen wild wuchernden Bart hatte er in irgendeine widerliche Tieremulsion getunkt. Jetzt wischte sich die ungehobelte Gestalt das Fett des Yarnosaurier-Schenkels, auf dem er herumkaute, an der nackten Brust ab.
Kamuzu hatte ihn für einen Landstreicher gehalten, bis die Bewohner des Ortes vor den Mann traten, sich ihm zu Füßen warfen und ihn um Hilfe anflehten. "Kaum zu glauben, dass wir der Herrschaft eines außerweltlichen Wesens entflohen, nur um uns bereitwillig an ein anderes zu ketten ...", dachte Kamuzu. "Obwohl ... wenn meine Tochter durch die von einem Oger-Speer geschlagene Wunde dem Tode nahe wäre, würde wahrscheinlich sogar ich anfangen zu beten ..."
Dieser quälende Gedanke ließ Kamuzu Tag und Nacht nicht los. Seine unheimlichen Gleichungen hatten sämtliche Geheimnisse Telaras entschlüsselt ... bis auf die Sterblichkeit. Kamuzu ließ sich am Südufer des Sees des Trostes nieder und vertiefte sich ganz in das Problem der arkanen Heilung. Er sammelte jede Probe aus der Ebene des Lebens ein, deren er habhaft werden konnte, und sein Labor sah schon bald aus wie ein feenberührter außerirdischer Dschungel.
Kamuzus Kollegen betrachteten seine Arbeit als das Werk eines Wahnsinnigen, und in ihren gelehrten Kreisen wurde sogar ein Wettbewerb veranstaltet, um den richtigen Namen für einen Magier mit solch absonderlichen Ideen zu finden. Letztendlich einigte man sich dann auf die Bezeichnung "Chloromant". Doch all diesen Widrigkeiten und Erniedrigungen zum Trotz träumte Kamuzu weiterhin in den unheimlichen Schriften der Magie und schließlich gelang es ihm, die Pfade zur Macht über das Leben zu entschlüsseln.
Doch es gab dabei einen Haken ...
Die Lebensenergie konnten nicht erschaffen, sondern nur übertragen werden. Bei der Heilung von Wunden kanalisierten Kleriker dafür nicht pure Lebensenergie, sondern die Essenz der Gottheit oder des Geistes, zu dem sie beteten. Wenn Kamuzu hingegen einen an der Schwelle des Todes stehenden Mann heilen würde, brächte er damit sein eigenes Leben in Gefahr. Das war ein Opfer, das zu bringen er nicht willens war. Entmutigt wandte Kamuzu nun seine Aufmerksamkeit einem Aufstand zu, der in seiner geliebten Stadt Eboni ausgebrochen war.
Kamuzu erreichte Eboni erst, als der Kampf bereits begonnen hatte, aber er verfolgte auf seinem Weg dorthin die Ereignisse sehr genau. Während der Magier so dem Auf und Ab des Kampfes folgte und sah, wie die eine Seite stärker und die andere entsprechend schwächer wurde, hatte er plötzlich eine Eingebung.
Als Kamuzu das Schlachtfeld erreichte, sog er Lebenskraft aus den Ogern, was schnell zu ihrem Tod führte. Nun war er selbst von mehr Energie erfüllt, als er über längere Zeit kontrollieren konnte und strahlte sie daher vorsichtig an die Krieger ab, die ihn auf seiner Position beschützten. Die Verwundeten wurden geheilt, und diejenigen, die gerade den Tod gefunden hatten, wurden wiederbelebt und konnten sich erneut ins Gefecht stürzen. Die schlichte Eleganz des Ganzen begeisterte Kamuzu. Um Leben zu geben, benötigte er lediglich mehr Leben, und in seinen Feinden hatte er einen unendlichen Vorrat an unfreiwilligen Freiwilligen. Die Rebellen, gestärkt durch die Heilkräfte, die ihre Feinde vernichteten, attackierten mit neuem Mut und vertrieben die Goldenschlund aus Eboni.
Kamuzu Sagta wurde hoch verehrt, nicht als Priester, sondern als einer der ersten großen Eth-Magier. Er lehrte die Studenten, die in die verzauberte Stadt strömten, seine Kunst und Philosophie der Macht über die Sterblichkeit. Und als der große, goldene Drache überwältigt wurde, waren es Kamuzu Sagtas Gleichungen und Thaumaturgie, die den Drachen an sein Gefängnis banden.