"Kommt herbei, oh edle Krieger. Eure Kämpfe sind nicht vorüber. Schützt die Schwachen, bestraft die Schlechten und schlaft sodann den Schlaf der Gerechten."
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Nekromanten

Nekromanten verursachen Schaden durch die Synergie mit ihren Begleitern. Der Hauptteil des von einem Nekromanten ausgeteilten Schadens stammt von einem vollständig unterstützten und gestärkten Begleiter. Im Notfall können Nekromanten auch als sekundäre Heiler fungieren, indem sie ihre eigene Gesundheit an Verbündete abgeben.

Stärken

Zusammen mit ihren untoten Dienern können Nekromanten schweren, anhaltenden Schaden verursachen und Widrigkeiten besser als die meisten anderen Magier überstehen. Durch Einsatz verschiedenartiger Diener kommen Nekromanten mit den unterschiedlichsten Kampfsituationen zurecht, sie beenden ein einzelnes Leben ebenso einfach wie sie einen ganzen Bereich mit nekrotischer Energie überziehen.

Schwächen

Da der von einem Nekromanten ausgeteilte Schaden größtenteils von seinem Begleiter stammt, sind Nekromanten ziemlich verwundbar, wenn sie auf sich allein gestellt sind. Ihre Diener wiederum benötigen jedoch ebenfalls Hilfe von ihrem Nekromanten, um Höchstleistungen zu erbringen, ohne ihn können sie nur einen Bruchteil des potenziellen Schadens anrichten.

Geschichte 

Corthana Lindwurmtod half ihrem Bruder auf, der auf dem Boden der Gruft lag, und klopfte ihm, leise vor sich hinseufzend, Schmutz von der zerbeulten Rüstung. William blickte sie aus zusammengekniffenen Augen an.

"Es war deine Idee, die Aufmerksamkeit des Hohepriesters auf dich zu ziehen", erinnerte ihn Corthana. "Wenn du mich beschützen willst, musst du auch die Konsequenzen tragen." Ihr Bruder hob an, etwas zu sagen, aber sie hieß ihn schweigen und suchte nach ihrer Nadel, um damit seine Wunden zu nähen.

Der Auslöser für Williams prekäre Situation lag weit in der Vergangenheit zurück. Damals hatte er sich zusammen mit Corthana dem Kampf gegen die Ewigen angeschlossen. Die beiden arbeiteten dabei allein, denn Corthanas Magie war den Anderen überaus suspekt.

Die Geschwister waren recht erfolgreich, bis Corthana von den Ewigen gefangen genommen wurde. Sei es, die Ewigen spürten die Düsternis, die ihr innewohnte, sei es, sie erkannten ganz einfach nur ihre Intelligenz, jedenfalls zeigten die Ewigen Corthana ihr Ritual der Wiederbelebung. Es war unnötig komplex, überladen mit Anrufungen des Regulos, die unauflösbar mit der Magie verwoben schienen, jedoch nur einem einzigen Zweck dienten: Sie sollten den Zauberwirkenden auf die Seite des Bösen ziehen. Corthana gab vor, sich mit viel Enthusiasmus der Sache anzuschließen, doch wenn sie ihre Kunst allein ausübte, verschwendete sie keinerlei Gedanken an den Zerstörer.

Und dann stürmte eines Tages ihr starrsinniger Paladin-Bruder William das Lager der Ewigen, um sie zu befreien. Corthana zögerte keine Sekunde: Während die Aufmerksamkeit des Feindes gänzlich auf ihren Bruder konzentriert war, wirkte sie einen Grabesfäule-Zauber auf den Boden, auf dem die Kultisten standen. All jene, die sie auf ihre verderbte Seite hatten ziehen wollen, bekamen nun ihre Nekromantie am eigenen Leibe zu spüren.

Unterschwellige, Verderben bringende Todesmagie allein war zwar nicht genug, um ihre Feinde zu überwältigen, doch die Zombies, die sie aus dem Boden wachsen ließ, nutzten die nekrotischen Energien für eine Verstärkung ihrer Angriffe.

Ihren Bruder vergaß sie über alldem jedoch nicht. Seine unüberlegte Attacke hatte ihr die Ablenkung verschafft, die sie benötigte, um Tod über all jene zu bringen, die versuchten, genau diesen Tod zu überlisten. Sie wusste, dass mathosianischer Mut oft darauf basierte, dass ein guter Priester dem Kämpfer den Rücken freihielt, und ohne Heilung würde William durch Tausende kleiner Wunden umkommen.

Und so gab sie einen Teil ihres Selbst, ihres Bluts, ja, ihres eigenen Lebens dahin und übertrug es auf ihren Bruder. Als die Anstrengung zu groß für sie wurde, entzog sie jenen Kultisten Lebensessenz, die ihr Mal trugen.

Während sie noch um ihr Leben rannten, trafen sie auf den Hohepriester des Regulos; seine unvorstellbare Bosheit hatte ihm ewiges Unleben gebracht. Bösartig grinsend ließ er William mit einem einzigen Blitz dunkler Magie bis zum Tode altern. Corthana fühlte, wie sich eine eisige Ruhe in ihr ausbreitete. Sie sammelte ihre Kräfte und nahm die Gestalt eines lebenden Leichnams an. In ihrer Avatarform rief sie die Geister edler Krieger herbei, die den Hohepriester niederstreckten und ihren Bruder rächten. Dann fiel sie zu Boden, einmal mehr Mensch geworden, und weinte bittere Tränen an Williams Seite.

Ihr Bruder hatte niemals gelernt, Nekromantie zu akzeptieren, aber welcher Paladin könnte das schon? Und jedes Mal, wenn sie ihn wieder zusammenflickte, bedachte er sie mit diesem kalten Blick aus seinen hohlen Augen. Es heißt, dass er sie bis zum heutigen Tage beschützt, stets wachsam, auf dass kein Diener des Regulos es wagen könnte, ihren friedlichen Schlaf zu stören.