“Wer sich mir entgegenstellt, nimmt es mit mehr als nur einem Krieger und seinem Gefährten auf. Das Band, welches uns verbindet, ist aus Körper und Geist geschmiedet und es wird niemals brechen. Ganz im Gegensatz zu dir.”
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Bestienmeister

Die Reise dieses Kriegers beginnt mit der Bindung an einen Geistgefährten. Dieses Geistertier steht dem Bestienmeister mit großer Kraft und Schnelligkeit auch in den härtesten Prüfungen zur Seite.

Stärken

Der Bestienmeister und sein Begleiter sind perfekt aufeinander eingespielt. Wenn sie als Gespann kämpfen und sich gegenseitig stärken, verschmelzen zu einer Einheit. Das spornt in der Nähe befindliche Verbündete zu Großtaten an.

Schwächen

Der Bestienmeister vertraut darauf, dass sein Geistgefährte ihm den Rücken freihält und ihm Stärke gibt. Hat er diesen Verbündeten jedoch verloren, ist er im Vergleich zu seinen anderen Kriegergefährten eher schwach und leicht zu überwältigen.

Geschichte

Einst wuchsen im alten Wald Bäume, deren Wipfel fast bis in den Himmel reichten. In den Baumkronen lebten viele Elfen, friedliche Waldbewohner, die das Land beschützten. Aber jetzt ist der Wald kaum noch als solcher zu erkennen: Abnormal große Pflanzen überwuchern die alten Bäume und verströmen einen verderblichen Duft, der Elfen und Tiere gleichermaßen vergiftet.

Als sein Schwert die Ranke durchtrennte, war es, als würde er durch Fleisch schneiden. Dhel war der Ranke gefolgt, die sich durch einen Granitwald schlängelte, in einer Hütte verschwand und ihren Fresskopf schließlich in den Brustkorb eines toten, jungen Elfen grub. Außer sich vor Wut, hackte Dhel brüllend auf die Ranke ein. Das zog die Aufmerksamkeit etlicher Kreaturen von draußen auf sich, denn das entfernte Keckern von Sumpflingen schwoll plötzlich zu einem blutrünstigen Geheul an, begleitet vom Blöken eines Schlurfers.

Die Ranke zog ihren Kopf mit einem Ruck aus dem Leichnam und versetzte Dhel einen mächtigen Hieb, der ihn durch die Wand der Hütte schleuderte, als wäre sie aus Papier. Dhel landete mitten in einem Sumpfling-Kriegstrupp, welche mit ihren Speeren vor seinem Gesicht herumfuchtelten und sich lauthals stritten, in welcher Reihenfolge sie wohl seine Körperteile kochen sollten.

"Naveer!", bellte Dhel und stieß die Speere mit seinem Schwert zur Seite, als niemand antwortete. Seufzend fügte er hinzu: "Oh, größte aller Katzen, ich brauche dich!"

Eine Jagdkatze sprang aus den Bäumen herunter und mit rasiermesserscharfen, ausgefahrenen Krallen inmitten die Gruppe der Sumpflinge. Von Naveers Gegenwart ermutigt, stürzte sich Dhel mit ihr in den Kampf. Elf und Katze kämpften Seite an Seite, und schon bald waren von den Sumpflingen nur noch verstreute Eingeweide übrig.

Den Schlurfer hatte Dhel bei diesem Kampf völlig vergessen, als plötzlich einer der gigantischen Arme dieses Monsters durch die Luft peitschte. Nur, indem er sich der blitzschnellen Reflexe der Katze bediente, gelang es ihm, dem Hieb gerade noch auszuweichen. Vor der riesigen Zunge des Monsters gab es jedoch kein Entkommen. Sie versetzte ihm einen Schlag, dass ihm schwarz vor Augen wurde. Während er versuchte, sich gegen die drohende Dunkelheit zu wehren, attackierte der Schlurfer Naveer mit einem Kopfstoß, der sie wie einen Ball durch die Luft und mit einem dumpfen Geräusch gegen einen Baum schleuderte. Dhel verband seine Gedanken mit denen seiner Gefährtin und lieh der Katze sein Durchhaltevermögen, so wie sie ihm zuvor mit ihrer Schnelligkeit geholfen hatte.

Mit neuer Kraft erhob sich die Katze und sprang ihrem Herrn wieder zur Seite. Naveers Gebrüll verband sich mit dem Schlachtruf des Elfen, und gemeinsam attackierten sie den Schlurfer.

Das Monster versuchte, sie über den Haufen zu rennen, aber Dhel wehrte sein Bein ab, und die Katze riss seine klebrige Zunge in Fetzen. Dann stieß Dhel sein Schwert der Kreatur tief in die Kehle, Naveer bearbeitete das Monster weiter mit ihren messerscharfen Krallen, und schließlich gab der Schlurfer ein lautes, bellendes Geräusch von sich und brach auf dem morastigen Boden zusammen. Voller Siegesfreude sprang die Jagdkatze auf seinen Rücken und begann, sich die Pfoten abzuschlecken.

"Sich auf einem Leichnam das Fell zu putzen ... Ich werde Katzen wohl niemals verstehen", sagte Dhel, obwohl sich die beiden in Wahrheit ausgesprochen gut verstanden. Er zeigte auf die Hütte. "Da müssen wir noch ein bisschen aufräumen, Naveer."

Von der Ranke ließen sie nicht viel mehr übrig als ein paar zerfledderte Fasern. Bevor sie die Hütte verließen, kniete Dhel nieder und schloss die Augen des toten, jungen Elfen. "Oh, Bral. Ich wünschte, ich wäre früher hier gewesen", flüsterte er. "Ich werde diesem schändlichen Treiben ein Ende setzen. Das verspreche ich dir, kleiner Bruder."

Dhel schwor einen Eid vor Tavril, dann erhob er sich und blickte zu Naveer, die sich wie eine verwöhnte Hauskatze in der warmen Sonne räkelte. "Komm, meine Freundin. Nun ist es ist an der Zeit, Grünschuppe zur Strecke zu bringen." Naveer schnurrte zustimmend und die beiden machten sich auf, der Fährte des grünen Drachen zu folgen.